Demnächst
30. September, MHM Münster
30. September, MHM Münster
Rennen über Hürden als Belohnung, Kontrolle an den Kontakzonen als Gehorsamsübung und ein kleines Spiel als Hundeführermotivation :)
"Aber wenn ich ihn so beschleunige reisst er alle Stangen ab", "Da komm ich auf der langen Geraden nie hinterher", "Der überdreht völlig wenn er so rennt"
Habt ihr das auch schon mal gesagt? Und habt ihr deshalb auch auf lange gerade Strecken verzichtet beim Training? Jedes Mal wenn ihr einen Parcours mit mehr als 3 Geräten in einer Reihe begeht habt ihr dieses mulmige Gefühl, dass das nicht klappen wird?
Viele Hundeführer - insbesondere mit schnellen Hunden - haben Schwierigkeiten ihren Hund ruhig über schnelle Strecken zu führen. Deshalb heute ein Training, dass sowohl Konzentration auf geraden Strecken, wie auch Spass für langsamere Teams vermittelt.
Übung 1: Aussenrunde rechts herum, anschliessend Aussenrunde links herum
Das ist sie schon. Die abscheuliche Rennrunde. Da gibt es nun zwei Möglichkeiten. Entweder ihr habt den gemütlicheren Typ Hund, der artig hinter euch herjoggt. Dann ist es euer Job wild motivierend vor ihm herzuhetzen und mit Spielzeug zu wedeln um ihn so schnell wie irgend möglich zu beschleunigen. Wer sich traut läuft mal aussen herum mit. Entscheidend nur: es wird auf jeden Fall beschleunigt. Oder ihr habt den schnellen (und oft auch hektischen) Typ Hund. Dann ist es eure Aufgabe den Hund machen zu lassen. Trabt ruhig im Innenkreis mit, verwendet das Kommando fürs Vorausarbeiten (schnelle Hunde sollten das unbedingt können) und versucht durch aufrechte Körperhaltung und beruhigende Kommandos den Hund unter Kontrolle zu halten.
Beide Typen Hund sollten die Runde zwei bis dreimal drehen und am Ende sind Hund und Hundeführer gut aufgewärmt.
Übung 2: 3-2-6-Aussenrunde
Und jetzt mal im Gegensatz dazu die "Power"-Phase. Versucht den Hund auf den Kontaktzonen deutlich anzuhalten. Staut das Maximum an Energie in ihm auf und spannt euren ganzen Körper an, während der Hund auf dem Tisch wartet. Er soll sozusagen bebend auf das Startkommando warten. Und das Startkommando bedeutet: Eine grosse Aussenrunde als Belohnung für die Geduld beim ersten Teil. Wenn euer Hund zum Stangenreissen neigt, solltet ihr keineswegs die Hürden niedriger aufbauen. Legt sie vielleicht sogar für dieses Training höher und ermahnt den Hund mit ruhiger Stimme. Nach der Rennrunde folgt natürlich wieder das obligatorische Spielzeug.
Übung 3: 6-4-1-Aussenrunde
Auch hier soll der Hund auf allen Kontaktzonengeräten ruhig stehen. Und zwar solange wie ihr das wollt. Wenn er das Gerät vorzeitig verlässt, startet ihr von vorn und helft beim nächsten Mal nach. Die Aufgabe dieses Trainings ist zusammengefasst: "Nur der Hund der artig so lange wartet bis das Kommando kommt, wird mit der Rennrunde belohnt". Deshalb muss die Rennrunde auch wirklich eine Belohnung sein. Man muss eurem ganzen Körper anmerken, dass ihr stolz seid dass der Hund den ersten schwierigen Part so gut gemeistert hat.
Übung 4: Aussenrunde - 4-6-2-3-1
Jetzt der umgekehrte Fall. Der Hund ist richtig im Tempo und rasend unterwegs und soll dann stark abbremsen. Wieder kommt es nur auf eure Körpersprache an. Falls ihr die Möglichkeit habt, lasst euren Lauf filmen. Versucht aus eurer Körpersprache abzulesen, dass es ums bremsen geht und bemüht euch darum jedes Körperteil zu kontrollieren. Es nutzt überhaupt nichts den Hund wild anzuschnauzen, aber weiterhin mit gleichem Tempo und nach vorn geneigtem Oberkörper weiterzulaufen. Um euch mehr auf euren Körper zu konzentrieren, solltet ihr auch einige Male ohne Kommandos führen. Oft merkt man dann viel eher worauf es ankommt und plötzlich klappt die Übung.
Übung 4: Aussenrunde - 1-3-2-6-4
Noch eine letzte Vorübung. Noch einmal genau den Unterschied zwischen "jetzt rennen" und "jetzt konzentrieren" klar machen und dann spielen wir:
Power & Speed
Bei diesem Spiel ist es eure Aufgabe zunächst im Innenkreis die Geräte so langsam wie möglich zu absolvieren. Jedes richtige Gerät bringt euch 3 Punkte. Die Reihenfolge ist "6-4-3-2-1". Anschliessend lauft ihr auf Zeit die Aussenrunde. Gestoppt wird die Zeit die ihr braucht um einmal komplett aussen herum zu laufen. Diese Zeit wird von den erspielten Punkten abgezogen. Wer dann noch am meisten übrig behält ist der Gewinner. Ein Spiel, dass meines Erachtens wichtige Fähigkeiten bei Hund und Hundeführer fördert. In diesem Sinne
Viel Spaß beim Agility
Kirsten
Weil Tunnel irgendwie mein Lieblingstrainingsgerät sind: Noch ein Monat mit Tunneln
Irgendwie macht es mir immer mehr Spass den Tunnel als Anforderung eines Parcours zu definieren. Deshalb schieben wir direkt noch eine Tunnelübung ein.
Übung 1: 1-2-3-9-7-6-5-3-9
Am Start werden wohl die meisten den Hund an der linken Seite haben. Die Frage ist: Wann und wie organisiert man den Weg zur 7? Im Grunde gibt es dazu zwei Möglichkeiten. Entweder man schickt den Hund in den Tunnel und wechselt hinter ihm die Seite. Dann ist es superwichtig, dass man weit genug gelaufen ist wenn die Nase des Hundes am Tunnelausgang erscheint. Denn schon in diesem Moment muss der Hund den Hundeführer vorne am Tunnelausgang sehen können. Falls nicht wird er sich nach rückwärts orientieren und möglicherweise direkt nochmal in den Tunnel verschwinden. Der zweite Weg ist es den Hund bis zum Tunnelausgang auf der linken Seite zu behalten und ihn von da aus zum Sprung 7 zu drücken. Hier besteht wiederum die Gefahr, dass ihr den Hund berührt. Probiert mehrmals beide Wege aus und versucht herauszufinden, was besser klappt. Der Schluss des Parcours sollte auf jeden Fall ein Bällchen sein, dass hinter dem Tunnel 9 auftaucht wenn der Hund die Sequenz absolviert hat (alternativ ein nach vorne laufender Hundeführer mit dem Futterbröckchen als Belohnung).
Übung 2: 1-9-7-6-4-3-9
Die gleiche Anfangstücke in verschärfter Form. Auch hier steht man in jedem Fall denkbar ungünstig, wenn der Hund zur 7 soll. Durch den Eingangswinkel wirds dieses Mal noch komplizierter. Aber dadurch, dass man schon etwas Vorsprung hat bietet sich eine neue sehr empfehlenswerte Möglichkeit am Tunnelausgang. Während der Hund im Tunnel ist, kann man einen belgischen Wechsel machen und sich sozusagen vor dem Tunnelende einmal rückwärts im Kreis drehen. Wenn der Hund dann aus dem Tunnel guckt, hat man ihn an der rechten Hand und kann ihn perfekt an den Sprung 7 heranführen. Aber danach hören die Schwierigkeiten noch nicht auf. Der Hund soll dann oben in den falschen Tunneleingang 4. Auch hier wieder zwei Möglichkeiten. Die schnellen dynamischen Hundeführer können hier belgisch vor dem Hund einen kleinen Kringel vorführen, oder wahlweise den Hund überholen und ihn mit der zweiten Hand annehmen (französisch). Diejenigen die ihren Hund nicht überholen können (weil er zu schnell ist) oder wollen (weil er vielleicht dann hektisch alle Stangen abfegt) sollten weit zurückbleiben und auf das rechte Seitenteil des Sprungs 3 zulaufen. Dann zieht man den Hund nach links und er sieht in den richtigen Tunneleingang. Am Schluss wieder wie vorhin - aus dem Tunnel raus soll schon die Bestätigung sichtbar sein.
Übung 3: 7-6-5-3-2
Bis in den Tunnel ist ja noch alles in Ordnung. Die Frage ist nur: Wie bekommt man den Hund sicher in den Slalom? Also zunächst mal ist es ja offenbar sinnvoll, den Hund am Slalomeingang an der linken Seite zu haben. Auf dem Weg zum Tunnel ist er aber rechts. Der Wechsel kann entweder zwischen 5 und 3 erfolgen (belgisch) oder zwischen 3 und 2 (mit schicken und dahinter wechseln). Letzteres halte ich persönlich für richtiger. Je dichter der Wechsel an der kniffligen Stelle ist, desto eindeutiger ist für den Hund das nächste Gerät. Beim Belgier würde er vielleicht auch nochmal in den Tunnel 9 reinlinsen, oder sehr knapp am Slalomeingang ankommen. Beim Einfädeln ist es wichtig, dass ihr selbst auf die Stelle vor der ersten Stange zulauft. Keineswegs darf man auf die zweite oder dritte Stange zugehen, dann fädelt der Hund ganz sicher falsch ein.
Übung 4: 1-3-4-6-7-9-2
Zunächst mal holt der Hund in der Aussenrunde zu Beginn eine Menge Schwung. Deshalb müsst ihr - vor allem bei schnellen Hunden - frühzeitig bremsen um den Tunnel 9 anzuzeigen. Sonst landet der Hund womöglich noch über der 1. Wenn der Hund im Tunnel ist lauft ihr einfach ganz bequem aussen (im Bild unten) am Tunnel vorbei und stellt euch passend zum Slalom. Wenn der Hund die Nase aus dem Tunnel schiebt, steht ihr schon richtig um ihn einzufädeln. Bei dem Vorbeilaufen am Tunnel wendet ihr dem Hund den Rücken zu, denn dieser sieht das im Tunnel sowieso nicht. Mit dieser Führtechnik könnt ihr die eigentlich tückische Stelle prima entschärfen.
In diesem Sinne
Viel Spaß beim Agility
Kirsten
Eine Erfahrung aus Kempen: "Nicht jeder Hund kann den Slalom von Rechts und am Tunnel vorbeilaufen."
Nachdem es so viele Schwierigkeiten in dem Prüfungsparcours aus Kempen mit Slalom und übernächstem Tunnel gegeben hat, baue ich hier mal eine Übung dafür ein.
Übung 1: 2-3-8-7-6-4-2
2 bis 7 sollten keine grösseren Probleme machen. Lediglich die recht weiten Abstände könnten unter Umständen bei schnellen Hunden zu Stangenfehlern führen. Versucht dann, den Hund nicht durch hektisches Hinterherrennen nervös zu machen, sondern kürzt den Weg ab, indem ihr so dicht wie möglich am Tunnel entlanglauft und versucht Ruhe auszustrahlen. Dann soll der Hund in den Tunneleingang 4. Hierzu müsst ihr einfach einen beherzten Schritt dahin machen und auch selbst reinsehen. Denn wo ihr hinseht, zeigt auch eure Körpersprache hin. Wer ängstlich in den Tunnel 5 sieht verliert ;) Nachdem der Hund im Tunnel ist bietet sich der französische Wechsel an. Einfach Richtung Zielsprung geradeaus weiterlaufen, so dass der Hund in eurem Rücken ist, wenn er die Nase aus dem Tunnel steckt. So sieht er sofort was das nächste Gerät ist.
Übung 2: 2-1-6-4-3-9
Der Hund muss für diese Übung (wenn man sie denn sinnvoll gestalten will) den Slalom auch von rechts beherrschen. Dann führt man den Hund konstant auf der rechten Seite durch den Slalom, über den Sprung und in den Tunnel. Der Tunnel 5 ist diesmal nicht so eine verlockende Sache, denn der Hund müsste im Sprung schon sehr stark drehen um ihn zu sehen. Lieber etwas zu weit nach links ziehen. Der ideale Weg des Hundeführers ist genau auf das rechte Seitenteil des Sprungs 3 zu. Dieses Mal machen wir keinen französischen Wechsel am Tunnelausgang. Denn wenn wir einfach links neben der 3 her laufen, wird der Hund (der die 3 noch nicht sehen kann wenn er den Tunnel verlässt) mit großer Wahrscheinlichkeit direkt wieder im Tunnel 4 verschwinden. Dies ist übrigens eine Sache die in Kempen häufig passiert ist. Stattdessen könntet ihr den Hund - vor Tunneleingang 4 stehend - einfach einmal um euch herum drehen und führt dann gemütlich mit dem Hund auf der linken Hand nach Hause.
Übung 3: 2-4-1-7-8-9
Über die erste Hürde in den Tunnel 4 macht es Sinn den Hund rechts zu führen. So sieht er die Verleitungshürde 3 nicht so gut. Er soll danach den Slalom von rechts nach links laufen. Deshalb bietet sich ein Belgier an während der Hund im Tunnel ist. Er kommt raus, wird mit der rechten Hand angenommen, fädelt selbständig von aussen in den Slalom ein und danach ist alles ganz einfach. Falls ihr bei glattem/matschigen Wetter ohne Halle übt, lasst die Wippe in dem Anlauf lieber weg und geht über 3-2 ins Ziel.
Übung 4: 1-3-8-7-6-4-3-9
Der Slalom von rechts nach links genommen ist der Start. Dann lauft ihr einfach einmal um den Tunnel rum, während der Hund die Hürden nimmt. Danach in den Tunnel 4 (das hatten wir schon mal) und warten bis der Hund aus dem Tunnel guckt und gemeinsam mit ihm nach Hause. Es ist so eigentlich wirklich nicht sehr schwierig oder? Wer dieses Training absolviert hat, hätte in Kempen prima Aussichten gehabt.
Übung 5: 6-5-1-6-5-1...
Eine kleine Runde die zweierlei Dinge übt. Das selbständige Einfädeln und bearbeiten des Slaloms von rechts und die enge Wendung nach dem Sprung in den Tunnel. Lauft einige Runden, bis beides gut funktioniert. Bestätigt dann sofort den Hund mit Futter oder Spielzeug.
In diesem Sinne
Viel Spaß beim Agility
Kirsten
Wenn immer mehr Richter Geräte ineinander rollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als das zu üben.
Grundsätzlich vorweg: Ich würde sowas niemals in Prüfungsparcours einbauen. Ich halte es für plump und in manchen Kombinationen sogar für gefährlich Tunnel unter Geräte zu rollen. Ich habe mich einmal bei einem Turnier geweigert einen Parcours zu laufen, in dem der Stofftunnel unter die Wand gelegt war, so dass der Hund wenn er schräg am Rande des Stoffs lief drohte mit dem Kopf gegen die Wand zu prallen. Da hört für mich jedes Parcoursdesign auf. Der Aufbau hier ist zwar nicht gefährlich für den Hund, aber ich würde auch so etwas nicht in Prüfungen bauen. Hier und da kommt es aber vor (inzwischen kommt es scheinbar in Mode) und deshalb üben wir es hier mal.
Übung 1: 2-5-4-13-12-7-2
Zum Aufwärmen erst mal alle die Tunnel, die sowieso direkt vorm Hund liegen :). Trotzdem ist der Schlüssel hier wie auch bei den Folgeübungen, dass man durch deutliche Körpersprache/Kommando zeigt dass ein Tunnel dran ist. Also tief herunterzeigen, richtiges Kommando deutlich aussprechen und dann klappts auch mit dem Tunnel.
Übung 2: 1-8-10-3-4-13-11-8-1
Nun machen wir es etwas schwieriger. Der grösste Fehler, den man hier wohl machen kann ist zögerliches fragendes Führen. Schaut selber auf das Gerät das der Hund nehmen soll und lauft gezielt darauf zu. Auch ein deutlich hörbares Kommando unterstützt den Hund hier. Knifflig ist übrigens auch der Slalomeingang, vielleicht versucht ihr ja eine Art belgischen Wechsel und dreht euch einmal um euch selbst und den Hund um euch herum. Wenn ihr nämlich einfach oben am Rand parallel mitlauft, kann es vorkommen, dass der Hund rauskommt aus dem Tunnel und ihr noch nicht weit genug gelaufen seid. Anschliessend zeigt ihr nach links und der Hund dreht (richtige Reaktion!) um und nimmt den Tunnel nochmal.
Übung 3: 3-5-6-12-4
Hier macht es natürlich Sinn den Startvorteil zu nutzen. Setzt den Hund ab und stellt euch so, dass der Hund den Steg nicht gut sehen kann (das solltet ihr vorher ausprobieren, indem sich einer hinter die Hürde hockt und guggt wo man stehen muss - man verschätzt sich schnell). Ausserdem sollte der Hund schräg angesetzt werden, so dass ihm das Seitenteil möglichst die Sicht auf den verlockenden Steg nimmt. Wenn er dann losstartet macht ihr einen beherzten Schritt nach vorn und schon ist der Hund im Tunnel. Danach achtet ihr natürlich noch darauf, dass der Hund gerade vor den Steg kommt, indem ihr entweder den Hund einmal um euch herumlaufen lasst, oder weiter wegstehend zu euch ruft bevor ihr den Steg anzeigt.
Übung 4: 3-7-2-1-8-9-13-4
Ist 4-7 gefährlicher oder weniger gefährlich als 3-5? Ich bin der Meinung es ist gefährlicher. Denn nun sieht der Hund den Steg in jedem Fall und muss knapp daran lang laufen auf dem Weg zum Tunnel. Sinnvoll ist es den Hund rechts zu haben und sogar mit ihm zusammen loszulaufen. Dann gibt man die Richtung deutlicher vor und das ganze Unterfangen ist etwas entschärft. Von 9 nach 13 müsst ihr den Hund während er im Tunnel ist überholen. Denn dann steht ihr genau vor der Wippe und der Hund kann an euch vorbei zur Wand laufen. Dabei müsst ihr den Wechsel nicht belgisch machen, sondern ihr lauft einfach mit Gesicht zur Wand am Tunnel vorbei und wenn der Hund die Nase rausstreckt, sieht er schon eure linke Hand wie sie zur Wand zeigt. Zeitsparend und schön - der französische Wechsel :)
Übung 5: 1-2-3-5 ; 1-2-3-6 ; 1-2-3-7
Drei Durchläufe um das bisher geübte mal im Fluss zu wiederholen. Im Grunde nichts neues, aber doch schwieriger, weil man beim Laufen weniger Zeit hat sich auf die Situation einzustellen. Bittet jemanden euch zu beobachten, ob ihr genau auf dem Punkt ankommt, den ihr vorher plant. Das Geheimnis ist wie immer die richtige Position des Hundeführers im Verhältnis zum Gerät.
Übung 6: 1-8-10-3-4-13-11-12-4-3-7-2
Ein Abschlussdurchgang, der alle Elemente dieses Trainings zusammenfasst. Macht euch keinen Stress, wenn der Durchgang nicht beim ersten Mal klappt. Wie gesagt: obwohl man das sehr gut führen kann, ist das Treffen der richtigen Geräte, wenn sie so eng zusammenstehen auch etwas Glückssache und gehört deshalb meines Erachtens nach höchstens in Spielparcours.
Finalllauf - Deutsche Vereinsmeisterschaft oder "Der Herbststurm Jeanette"Hier fand das Finale der deutschen Vereinsmeisterschaft statt. Alles ging morgens sehr gemütlich los. Dann kamen im Auto die Nachrichten und ich hörte das erste Mal eine Unwetterwarnung. "...das Haus nicht verlassen und wenn möglich nicht Auto fahren..."
Naja, vielleicht würde es ja gar nicht so schlimm. Als ich ankam war allerbestes Herbstwetter. Sonnig und mit auffrischendem Wind. Wir haben kurz überlegt, ob wir die Prüfungen vorziehen sollten, aber alles sah so blendend aus, dass wir erstmal angefangen haben.
als Spiel ohne Zeitvorgabe
Kommentar:
Der Leistungsstand war sehr hoch. Der Parcours war für die startenden Teilnehmer fast zu einfach, wie man am Ergebnis sieht. Erstaunlicherweise waren am Laufsteg viel häufiger Kontaktzonenfehler zu sehen (vor allem am Aufgang), als an der Wand. Möglicherweise waren einige Hundeführer schon sehr weit vor dem Hund, was diesen zu längeren Sprüngen als gewöhnlich motiviert hat.
Ergebnis:
85 Starter, davon 19 Midis und 12 Minis
49 Starter mit vorzüglich 21 Starter mit sehr gut
2 Starter mit gut
13 Starter disqualifiziert
Und dann wurde es windiger. Mit den ersten A3 Startern war es schon eher stürmisch als böig, aber immer noch sehr warm. Wir beschlossen wenigstens noch die Prüfungen zu Ende zu führen und einigten uns darauf, das Jumping auf jeden Fall abzusagen. Nachdem aber die Minis fertig waren wurde es zusehends windiger und es war einfach nicht mehr zu verantworten bei solchem Wetter draussen Agility zu machen. Kleine Hunde hätten vom Steg wehen können, oder es hätte ihnen eine Hürde ins Kreuz fallen können. Die Wippe bewegte sich selbständig ohne Hunde nur durch den Wind. Eine klare Sache, dass man so nicht mehr weitermachen konnte.
Wer aber jetzt auf Verständnis der Teilnehmer hofft liegt falsch. Während der überwiegende Teil sich verständig zeigte und Reaktionen zeigte wie "Schade drum, aber das hat keinen Sinn..." oder "Ich wäre auch sonst nicht mehr gelaufen", gab es auch Starter die anfingen die Prüfungsleitung zu beschimpfen. "Um diese Jahreszeit noch draussen auszurichten..." Hier hört für mich jede Sportlichkeit auf. Warum haben die Teilnehmer nicht morgens geschimpft? Für einen Herbststurm kann niemand etwas und meckern macht es auch nicht besser. Sicher hatten viele Teilnehmer eine weite Anreise, aber dann zu schimpfen wenn wegen höherer Gewalt Läufe ausfallen ist meiner Meinung nach Blödsinn.
Parcourslänge 145 m, Standardzeit 46 s, Höchstzeit 92 s, Bewegungsgeschwindigkeit 3,15 m/s
Kommentar:
Wie man am Ergebnis sieht waren auch hier die Anforderungen eher zu niedrig. Trotz des Sturms waren hervorragende Läufe zu sehen und ich glaube, dass die Teilnehmer auch Spass an dem Parcours hatten.
Ergebnis:
24 Starter, davon 15 Midis und 9 Minis
18 Starter mit vorzüglich
2 Starter mit sehr gut
4 Starter disqualifiziert
Zeiten zwischen 30,03 s und 48,54 s
Durchschnittszeit 39,13 s
Auf dem Weg nach Hause legte der Sturm so richtig los. Kurz hinter mir muss wohl auch die Autobahn gesperrt worden sein, wegen eines heruntergestürzten Baums. Auf einer Strasse neben der Autobahn hab ich ein Wellblechdach herumfliegen sehen. Dass da noch diskutiert wurde ob man die Prüfungen nicht noch durchziehen sollte ist mir in den Momenten fast lächerlich vorgekommen.
Ich bin dann nachmittags ziemlich erschöpft zu Hause angekommen. Einige Male ist mir das Lenkrad fast aus der Hand gerissen worden und die Fahrt war ziemlich anstrengend. Ich wünsche allen die da gewesen sind, dass auch sie ohne Schaden nach Haus gekommen sind.
Mein erster Einsatz als Agilityrichter - bestes Hundewetter, ein supernetter Verein und besonders freundliche und aufmunternde Worte der Hundeführer. Was wünscht man sich mehr?
Parcourslänge 120 meter, Standardzeit 40 sec, Höchstzeit 80 sec, Bewegungsgeschwindigkeit 3 m/s
Kommentar:
Wie am Ergebnis zu sehen ist, brachte der Parcours eine Menge Schwierigkeiten (mehr als alle Jumpings, die ich zuvor gestellt hatte). Der Slalom direkt nach der Hürde 3 war eigentlich kaum eine Verleitung. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich hier einen Hund disqualifiziert hätte. Auf dem Weg von dem Tunnel 8 zum Tunnel 13 waren es jedoch eine Menge Hunde. Viele Hundeführer haben sich verlaufen und andere hat die dritte Verweigerung erwischt.
Aus dem Tunnel zur 14 haben alle die Hundeführer wenig oder keine Probleme gehabt, die während der Hund im Tunnel lief einen Wechsel gemacht haben. Ein beherzter Schritt zur Hürde 14 und schon war der Hund drüber. Alle rechtsgeführten Hunde haben entweder eine Disqualifikation / Verweigerung bei 15 bekommen, oder zumindest eine Menge Zeit verloren. Offenbar gehen Hundeführer in der Klasse A1 absolut unterschiedlich an solche Schwierigkeiten heran. Einige haben bei der Begehung wie selbstverständlich den Wechsel eingeplant, andere haben lange überlegt und ein grosser Teil hat überhaupt nicht erkannt, dass es kompliziert werden würde, den rechtsgeführten Hund über den Sprung 15 zu bringen. - Eine für mich interessante Erkenntnis.
Ergebnis:
20 Starter, davon 5 Midis und 3 Minis
5 Starter mit vorzüglich
2 Starter mit sehr gut
13 Starter disqualifiziert
Zeiten zwischen 26,16 s und 41,36 s
Durchschnittszeit 34,30 s
Parcourslänge 122 m, Standardzeit 38 s, Höchstzeit 76 s, Bewegungsgeschwindigkeit 3,2 m/s
Kommentar:
Bis zum Tunnel 7 war noch alles in Ordnung. Aber die Kunst den Hund von 11 zum Slalom zu bringen hat grosses Stöhnen bei der Begehung hervorgerufen. Ich habe die Strecke vom Sprung zum Slalom nochmal genau nachgemessen und schwöre hiermit feierlich, dass die Distanz 5 meter (wenn der Hund den allerkürzesten Weg gewählt hat) betragen hat. Trotzdem war der Winkel natürlich gemein, aber in einem Prüfungsjumping wollte ich nichts verschenken ;). Seht es als einen Anreiz den Slalomeingang über den Winter zu verbessern und nicht als Provokation.
Beim Einfädeln sind einige Hunde im Tunneleingang 7 verschwunden, bei dem Versuch den Hund gerade an den Slalom heran zu führen. Einige andere haben eine Verweigerung kassiert, weil sie ins zweite Törchen gefädelt haben, aber die meisten sind erstaunlicherweise durch zu heftiges nach aussen drücken von links ins erste Törchen. Ein Beweis, dass die Hundeführer beim Slalom gewesen sind um zu helfen. Der Parcours hat für viel Stimmung beim Laufen geführt, denn alle Hunde die den Slalom ohne Fehler eingefädelt haben, bekamen aufmunternden Szenenapplaus.
Ergebnis:
24 Starter, davon 3 Midis und 5 Minis
8 Starter mit vorzüglich
8 Starter mit sehr gut
1 Starter mit gut
7 Starter disqualifiziert
Zeiten zwischen 23,86 s und 51,78 s
Durchschnittszeit 35,39 s
Parcourslänge 124 m, Standardzeit 34 s , Höchstzeit 68 s, Bewegungsgeschwindigkeit 3,65 m/s
Kommentar:
Die erste Klippe war die Kombination von 4 bis zum Tunnel 6. Sowohl der Sprung 5, als auch die beiden Sprünge 10 und 11 wurden von einigen Hunden gern als Verleitung angenommen. Eine häufige Fehlerquelle natürlich auch der superschwere Slalomeingang 12. Es wäre unfair gegenüber den Hunden aus der A2 gewesen, wenn ich ihn einfacher gestaltet hätte ;).
Der Zielsprung 19 (ein Hochweitsprung) fiel zwar auch in den anderen Jumpings gelegentlich, aber in der A3 allzu häufig. Meiner Meinung nach waren auch einige Hundeführer schuld, die mitten über dem Sprung überglücklich die Arme über den Kopf rissen und loskreischten, was nicht selten zu einem Abwurf führte. Ausserdem wirkten einige Hunde sehr überrascht angesichts eines Hochweitsprungs. Sicher auch ein Übungsanreiz für zuhause.
Ergebnis:
35 Starter, davon 8 Midis und 11 Minis
14 Starter mit vorzüglich
9 Starter mit sehr gut
12 Starter disqualifiziert
Zeiten zwischen 23,46 s und 40,78 s
Durchschnittszeit 31,84 s
Parcourslänge 135 m, Standardzeit 45 s, Höchstzeit 90 s, Bewegungsgeschwindigkeit 3 m/s
Kommentar:
Obwohl der Tunnel 8 und der Tunnel 10 im Eingang frei wählbar waren, gab es hier einige Verweigerungen. Ich halte es für günstiger für sich selbst einen Tunneleingang zu wählen und diesen auch beherzt anzuzeigen. Ein halbherziges "ungefähres" Hinzeigen führt eben auch zu Nachfragen des Hundes :"Wirklich den Tunnel?"
Vom Sprung 12 aus waren die Distanzen recht weit und manche Hunde haben den Steg gewählt, einige wenige sogar den Stofftunnel. Ausserdem hagelte es eine Menge Kontaktzonenfehler an der A-Wand. Möglicherweise weil die Hundeführer nicht dicht beim Hund waren und dieser die Gelegenheit genutzt hat schon mal den Weg nach Hause einzuschlagen.
Ergebnis:
22 Starter, davon 5 Midis und 3 Minis
8 Starter mit vorzüglich
5 Starter mit sehr gut
3 Starter mit gut
6 Starter disqualifiziert
Zeiten zwischen 34,67 s und 55,26 s
Durchschnittszeit 45,86 s
Parcourslänge 140 m, Standardzeit 40 s, Höchstzeit 80 s, Bewegungsgeschwindigkeit 3,5 m/s
Kommentar:
Direkt am Start gab es einige Ausfälle die den Steg gewählt haben. Auf dem Weg von der 4 zur 5 waren wieder einige Hundepfoten auf dem Steg. Und auch nach der 7 die 18 wurde einige Male gewählt. Ansonsten gab es einige Kontaktzonenabspringer (hier am meisten vom Steg).
Ergebnis:
27 Starter, davon 3 Midi und 5 Mini
8 Starter mit vorzüglich
6 Starter mit sehr gut
2 Starter mit gut
1 Starter ohne Bewertung
10 Starter disqualifiziert
Zeiten zwischen 30,04 s und 73,70 s
Durchschnittszeit 43,60 s.
Parcourslänge 155 m, Standardzeit 41 s, Höchstzeit 82 s, Bewegungsgeschwindigkeit 3,78 m/s
Kommentar:
Ich gebe zu, dass der Parcours nicht ohne Tücken ist. Die erste grössere auf dem Weg von 6 in den Tunnel. Hier tapsten viele Hunde auf den Steg. Und die Hauptschwierigkeit in der Schlusspassage. Einmal auf dem Weg in den Tunnel 15 und dann von da in den Slalom. Im Grunde war der Winkel nicht so schwierig wie viele Hundeführer ihn gesehen haben. Und ich bin auch der Meinung ein A3 Hund muss nicht gerade auf den Slalom zulaufen, sondern sollte Erfahrung genug mitbringen auch von der linken Seite her selbständig die erste Stange zu umrunden. Viele Hunde haben das hervorragend geschafft.
Einige Hunde sind übrigens noch auf dem Weg vom Slalom zum Reifen im Tunnel verschwunden. Vielleicht auch weil die Hundeführer sich so sehr auf den Slalomeingang konzentrierten, dass sie danach total vergessen haben zu Ende zu führen. Im Grossen und Ganzen hoffe ich dass der Parcours Spass gemacht hat, obwohl er nicht ganz einfach gewesen ist.
Ergebnis:
36 Starter, davon 9 Midis und 11 Minis
9 Starter mit vorzüglich
8 Starter mit sehr gut
1 Starter mit gut
18 Starter disqualifiziert
Zeiten zwischen 30,75 s (!!!) und 50,68 s
Als Spiel ohne Zeitvorgabe
Kommentar:
Zum Abschluss als Spiel ein offenes Agility. Obwohl es einige Schwierigkeiten gab, haben die meisten Hundeführer den Sinn des Spiels erkannt. Nämlich nach den zwei Prüfungen nochmal eine Runde Spass zu haben und auch mal was zu riskieren. Interessant war, dass sehr viele Hunde der unteren Klassen sich super geschlagen haben und in der Gesamtliste weit vorn standen.
Ergebnis:
72 Starter, davon 16 Midis und 15 Minis
43 Starter mit vorzüglich
6 Starter mit sehr gut
1 Starter ohne Bewertung
22 Starter disqualifiziert
Insgesamt hoffe ich meine ersten echten Prüfungsparcours haben etwas Spass gemacht. Für mich wars etwas wie nach dem Führerschein das erste Mal allein Auto fahren. Ein wenig mulmiges Gefühl und ein Kribbeln im Bauch. Aber schön wars schon :).
Schwierige Slalomeingänge sind es im Grunde gar nicht.
Wenn ich bei meinem ersten Turnier schon schwierige Slalomeingänge aufbaue, muss ich sie ja wenigstens mal ins Training einbauen :). Obwohl: So schwierig sind sie eigentlich nicht. Im Grunde geht es darum, den Hund selbständiger einfädeln zu lehren und auch unabhängig von der Position des Hundeführers sicher zu arbeiten. Eine Fähigkeit, die sich andauernd bewährt und einigen Trainingsaufwand rechtfertigt.
Übung 1: 1-2-3-4-5-6-7
Der Trick und die Übung bei der Sache sollen sein, den Hund durchgängig links zu haben und gleichzeitig mit ihm zu starten. Klar könnte man toll über zwei Sprünge abrufen, oder schicken und kreuzen oder oder oder... Hier gehts aber darum aus einer schwierigen Situation, wie sie im Parcours vorkommen kann einen optimalen Slalom zu erreichen.
Mit fortgeschrittenen Hunden kann man sogar trainieren dicht am Tunnel zu bleiben, oder sogar gar nicht mit herum zu gehen.
Übung 2: 7-6-5-4-3-2-1
Damit wir nicht rechts oder linkslastig werden, das ganze noch einmal anders herum.
Übung 3: 1-2-8-5-4-3-2-1
Auch hier könnte man toll wechseln während der Hund im Tunnel ist und mit ihm gemeinsam zum Slalom laufen um ihn sicher einzufädeln. Aber es geht um das Training auf Distanz und deshalb soll der Hund wenn er aus dem Tunnel kommt mit der linken Hand angenommen werden und über die Hürde in den Slalom geschickt werden. Auch sowas kann einem im Turnier begegnen.
Übung 4: 7-6-8-3-4-5-6-7
Und noch einmal seitenverkehrt...
Übung 5: 1-2-5-4-3-2-1
Wiederum gilt es mit dem Hund gemeinsam zu starten. Hier seht ihr warum ich vorher sagte dass es sinnvoll ist wenn der Hund den Slalom allein sicher einfädelt. Ich verrate es euch: Die Siegerhunde müssen nicht 10 meter nach rechts gezogen werden und exakt gerade vor die erste Stange kommen (ganz davon ab, dass 10 meter rechts im Ernstfall sicher ein anderes interessantes Gerät steht). Die Siegerhunde fädeln allein eng um die erste Stange und das sollte das Ziel sein!
Klar ist das schwierig, aber dies hier ist ja Training. Versucht die Distanz zum Hund nach und nach weiter aufzubauen und gebt ihm mit der Stimme Sicherheit wenn er sich richtig verhält. Vielleicht habt ihr im Aufbau Bögen verwendet? Dann ist jetzt der Moment an die jeweils ersten Törchen einen Bogen zu bauen. So wird die Umstellung leichter.
Übung 6: 7-6-3-4-5-6-7
Ihr wisst schon - damits gleichmässig wird...
Übung 7 und 8: 1-6-5-4-3-2-7 bzw. 7-2-3-4-5-6-1
Ein einfacher Durchgang zum Schluss. Hier kommt der Hund über die Diagonale mit viel Schwung an und sollte (wenn die anderen Übungen sitzen) ganz alleine in den Slalom laufen während ihr euch unter dem Tunnel befindet. Und wenn er das nicht tut? Na dann übt ihr halt dieses Training nochmal und gönnt euch ein paar Wiederholungen :) Glaubt mir: ein Hund der alleine einfädelt ist in vielen Parcours (siehe Büttken) Gold wert.
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