Eine "Anti-Belgier-Kampagne" :) Mal ohne Spass - wo man nicht wechseln muss, da sollte man auch nicht. Ein paar Übungen, die erkennen helfen sollen wann man wo am schönsten wechseln kann, und wann mans besser lässt.

 

Beim Richten fällt mir immer häufiger auf, dass es vielen Hundeführern an Technik mangelt. Sie können häufig die verwendeten Wechsel nicht gut ausführen, oder wissen gar nicht so recht, wann sie welchen Wechsel ausführen sollen. Ausserdem macht sich die Sucht nach belgischen Wechseln breit. Wenn es auch manche Stellen gibt, wo der belgische Wechsel Sinn macht - so gibt es doch mindestens ebenso viele Stellen wo es besser sein kann von hinten zu führen. Deshalb hier eine Hürdenkombination, in der alle möglichen Wechsel trainiert werden können, damit das Gefühl für den richtigen Wechsel entsteht.

Übung 1: 1-3-9-13-18-16-11-10-5-7
Bei dieser Runde sollte man überhaupt nicht wechseln. Der Hund ist durchgehend auf derselben Seite und man sollte sich auf ruhiges Führen und deutliches Zeigen konzentrieren. Ein Wechsel ist absolut überflüssig. Lauft auch alle Durchgänge seitenverkehrt, also hier: 8-6-9-12-15-17-14-10-4-2

Übung 2: 1-3-9-12-15-10-4-2
Hier ein typisches Beispiel für die Methode "schicken und wechseln". Der Hund ist am Start rechts. Ihr schickt ihn über die 12, bleibt aber rechts davon. Dann nehmt ihr ihn mit der linken Hand an und zeigt auf die 10. Durch eure Position ist die Sicht auf die Verleitung 12 verbaut und ihr kommt ohne Probleme durch. Total falsch wäre meines Erachtens nach der Belgier. Ihr würdet oben drehen und den Hund gewissermassen zwangsweise zur 12 schicken.
(seitenverkehrt 8-6-9-13-18-10-5-7)

Übung 3: 1-3-9-13-6-4-2
Und noch ein Lauf ohne Belgier. Auch hier wieder ganz simpel von hinten. Der Hund ist am Start links. Und da bleibt er auch bis zum Schluss des Parcours. Wenn ihr hier einen Belgier macht, riskiert ihr den Sprung 9 als Verleitung. Wenn der Hund hinter der 4 gelandet ist, wechselt ihr hinter ihm die Seite um ihn flüssig zur 2 zu ziehen.
(seitenverkehrt 8-6-9-12-3-5-7)

Übung 4: 1-3-9-12-15-12-2
Am Start ist der Hund rechts. Sinnvoll ist es auch ihn über den ersten Sprung abzurufen. Dann lässt man ihn die 3-9-12 allein arbeiten, während man links von Sprüngen steht. Und dann kommt der Moment wo der Belgier sinnvoll ist. Bevor der Hund nach der 12 landet, sollte man schon so gewechselt haben, dass man ihn mit der linken Hand annehmen kann. Dann ist es ein Kinderspiel den Hund an der linken Hand über 15 und 12 zu führen. Und während er das macht kann man einen zweiten Belgier einbauen und den Hund beim Landen nach der 12 wieder mit der rechten Hand annehmen und ihm damit die Sicht auf die 3 versperren.
Alternativ zu diesem Gekrinkel könnte man auch den Hund 3-9-12 allein arbeiten lassen. Dann landet er nach der 12 vor dem Hundeführer. Dieser zeigt den Sprung 15 an und geht während der Hund springt senkrecht nach unten rückwärts um dem Hund die 12 zu zeigen. Der Hundeführer bewegt sich hier also sozusagen immer mit Gesicht nach oben auf einer geraden Linie links neben den Nummern 3, 11 und 15. Der zweite Weg erfordert allerdings einen Hund, der auch mal einen Sprung allein nehmen mag und selbständig vorwärts arbeitet. Beide Wege sind gut und richtig :) (Ich hoffe dass wenigstens ein kleines bisschen klar geworden ist, wo ihr laufen sollt - es ist schwierig in Worte zu fassen)
(seitenverkehrt 8-6-9-13-18-13-7)

Übung 4: 1-3-9-12-3-5-14-10-5-7
Auch hier ist wieder überhaupt kein Wechsel nötig. Der Hund kann vom Start weg an der rechten Seite bleiben. Versucht es und vergleicht es mit Lösungen die Wechsel beinhalten. Egal wo man wechselt. Entweder man nimmt dem Hund die Geschwindigkeit, oder man steht so dass er auf einen Verleitungssprung guggt. Also versucht in Zukunft unnötige Schnörkel zu vermeiden und lasst den Hund einfach arbeiten :) (seitenverkehrt 8-6-9-13-6-4-11-10-3-2)

In diesem Sinne

Viel Spaß beim Agility

Kirsten

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